Vom BMX-Rad zum Altar

veröffentlicht am 23 April 2020

Bevor ich davon Zeugnis geben will, wie der Herr in meinem Leben gewirkt hat, möchte ich dir eine Frage stellen, dir, der sich die Zeit nimmt, die folgenden Zeilen zu lesen: Bist du daran interessiert, die barmherzige Liebe Gottes zu entdecken und dein Herz zu öffnen, um seine Gnade zu empfangen, oder treibt dich vielleicht einfach nur die Neugier, etwas Interessantes zu erfahren? Wenn deine Antwort auf die erste Frage „Ja“ ist, dann kann mein kleines Zeugnis dir möglicherweise helfen, falls sie „Nein“ ist, riskierst du wahrscheinlich eher, deine Zeit zu verschwenden…

Ich heiße Johannes Maria und bin in Berlin geboren und aufgewachsen.

Vor etwas mehr als 25 Jahren bin ich in die Gemeinschaft der Seligpreisungen eingetreten, auch wenn mich zunächst nichts in diese Richtung zu führen schien. Damals hatte ich ein Lehramtsstudium begonnen und interessierte mich für die Fächer Sport und Physik, wobei ersteres in meinem Leben eine bedeutende Rolle spielte.

Sport und nichts andres!

Mit 12 Jahren hatte ich angefangen, mit einem BMX-Rad abenteuerlich herum zu fahren und zu springen. Adrenalin pur! Diese Beschäftigung war für mich allerdings mehr als nur ein Hobby, sie füllte mein ganzes Leben aus. Vor allem die Wettkämpfe reizten mich sehr, denn sie wurden für mich eine Gelegenheit, Anerkennung zu erlangen. Hier zu glänzen, schien einem viel Ehre einzubringen. So investierte ich extrem viel Energie, Zeit und Geld, um ein bisschen Geltung in den Augen der anderen zu erlangen, doch letztlich war aller Einsatz nur für einen kleinen Pokal nach einer schmerzlich erbrachten Leistung und für eine Feier, die nur von kurzer Dauer war. Wenn ich ehrlich bin, muss ich sagen, dass meine Leidenschaft so weit ging, dass ich alles, was meinem Erfolgsstreben im Wege stand, als Konkurrenz betrachtete und zu bekämpfen suchte.

Das führte dazu, dass ich Stück für Stück und ohne, dass es mir wirklich bewusst war, den wahren Sinn meines Lebens verlor und immer einsamer wurde. Einsam, weil ich selbst für meine Freunde und meine Familie keinen Platz im Leben sah. Erst sehr viel später habe ich rückblickend erkennen können, dass hinter all dem eigentlich die Suche nach einer großen Liebe steckte.

Sich von Gott lieben lassen

Gott ist gut, er sucht sein verlorenes Schaf! Eines Tages führte mich Gott durch wunderbare Umstände zu einem marianischen Wallfahrtsort in Bosnien-Herzegowina, nach Medjugorje. Millionen von Pilgern aus der ganzen Welt kommen dorthin, um Gott zu suchen oder ihre Beziehung mit IHM zu vertiefen. Was ich dort erlebt habe, kann ich nur sehr schwer mit Worten beschreiben. Soviel kann ich jedoch sagen, dass mir in einem Moment klar geworden war, dass Gott existiert und dass er mich unendlich liebt! Seine Liebe hatte mich so sehr ergriffen, dass mir mein Egoismus und die Kälte meines Herzens bewusst wurden und ich bitterlich vor Reue zu weinen begann. Plötzlich, in einem Augenblick hatte mich seine Liebe zutiefst in meinem Herzen berührt und besiegt! Gott umgab mich in diesem Moment mit seiner Liebe mit einer so starken Kraft und zugleich so sanft, dass ich sie nicht ablehnen konnte und sie mich komplett veränderte: Ein Feuer begann in mir zu brennen und ich wollte nun nicht mehr für mich leben, sondern für IHN, der zu meiner neuen Leidenschaft wurde. So fing ich an, regelmäßig zu beten und die Gottesdienste in der Kirche zu besuchen. Schon bald wuchs in mir der Wunsch, mein Leben ausschließlich aus Liebe zu Gott und meinem Nächsten zu leben und Gott zeigte mir den Plan, den er für mich hatte. Ich lernte die Gemeinschaft der Seligpreisungen kennen und trat dort ein, weil in mir eine Sehnsucht aufstieg, mein Leben ganz dem Herrn zu weihen. In der Gemeinschaft der Seligpreisungen traf ich Brüder und Schwestern, die ähnliche Erfahrungen mit Gott gemacht hatten wie ich und die mir Christus als meine Geschwister zur Seite stellte, um IHM nachzufolgen und IHM zu dienen.

Inzwischen bin ich Priester geworden und versuche nun selbst, verlorene Schafe zu suchen und zu Christus zu führen, indem ich ihnen von Jesus spreche und von seiner Liebe, die eine unendliche Quelle des Lebens und des Glückes ist, das jeder Mensch ersehnt.

Zögere daher nicht, mit ihm in eine lebendige Beziehung einzutreten, mit ihm zu sprechen und deine Fragen, deine Sorgen und deine Probleme mit ihm zu teilen. Vor allem bitte ihn, dass er sich dir in seiner großen Barmherzigkeit offenbart und dein Leben neu macht.

Père Johannes Maria de la Croix Glorieuse

Autor : P. Johannes Maria vom glorreichen Kreuz

P. Johannes Maria ist vor über 25 Jahren in die Gemeinschaft eingetreten. Er ist Priester und Doktor der Theologie. Als Generalassistent und Hauptverantwortlicher der Ausbildung im Brüderzweig dient er der Entfaltung des Charismas der Gemeinschaft der Seligpreisungen.

Artikel, die Sie interessieren könnten

16 neue geweihte bei den Seligpreisungen: Eine große Freude

Am 29. und 30. August haben 16 Novizen ihre ersten Gelübde abgelegt und das Habit empfangen. Sie sind verteilt gewesen auf vier Foyer unserer Gemeinschaft. Wer sind sie und wie

Open Heaven 2020 : „Ich gehe gestärkt fürs ganze Jahr wieder von hier weg!“

Vom 24. bis zum 29. August fand das 3. Festival „OPEN HEAVEN“ für die 18-30 Jährigen statt. Aufgrund der aktuellen Situation konnten wir nicht so viele und nicht so international

Schönheit entdecken – Gemeinschaft schenken!

Vor seinem Eintritt in die Gemeinschaft der Seligpreisungen hat Bruder Franziskus-Maria in Karlsruhe (Deutschland) Musik studiert. Seit einigen Jahren setzt er seinen Talent als Komponisten für die g

Lesen Sie weitere Artikel

Die Wahl der neuen Verantwortlichen der Gemeinschaft

Die Generalversammlung der Gemeinschaft der Seligpreisungen fand vom Samstag, den 26. Oktober bis Sonntag, den 3. November in unserem Haus in Nouan-le-Fuzelier statt. Nachdem am ersten Tag die Präsid

Livestream

Gemeinsam die Kar- und Ostertage erleben Die Gemeinschaft der Seligpreisungen in Zug feiert die wichtigsten Liturgien der Kar-und Ostertage, bei denen Sie „live“ dabei sein können. Mit Hi

16 neue geweihte bei den Seligpreisungen: Eine große Freude

Am 29. und 30. August haben 16 Novizen ihre ersten Gelübde abgelegt und das Habit empfangen. Sie sind verteilt gewesen auf vier Foyer unserer Gemeinschaft. Wer sind sie und wie

We were unable to confirm your registration.
Your registration is confirmed.