Die eschatologische Erwartung: Maranatha!

Die Kirche bekennt in jeder Hl. Messe das Geheimnis des Glaubens: „Deinen Tod o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit!“

Die Gemeinschaft erwartet mit der ganzen Kirche das Kommen Jesu in Herrlichkeit. Wir erwarten diesen Tag an dem die ganze Menschheit mit der Schöpfung durch die Liebe Jesu Christi zu einer Einheit findet.

Im Bewusstsein dieser eschatologischen Dringlichkeit sehnt sich die Gemeinschaft nach der neuen Schöpfung, die kommen wird. So vereint sie sich mit dem ununterbrochenen und wachenden Gebet der ganzen Schöpfung, die „seufzt und in Gebetswehen liegt“ (Röm 8,22) und ruft aus: „Maranatha – Komm Herr, Jesus!“

In dieser Haltung der Erwartung betet die Gemeinschaft besonders in fünf Anliegen:

 

Montag: Die Parusie
Der Herr hat uns gelehrt zu beten: „dein Reich komme“, „dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.“ Er hat uns auch gelehrt, dass das Gebet der Erwählten den Tag des Gerichts für die Welt verkürzen kann. Er lädt uns ein auf seine Einladung zu antworten: «Wacht und betet, denn ihr wisst, weder den Tag noch die Stunde» «Selig, die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt.» (Buch des Lebens Nr. 43)

 

Dienstag: Die Einheit
Wir glauben fest, dass das Gebet Christi vom Vater gehört und erhört wird, wenn er vor seiner Passion sagt: «Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit.» Der Herr über die Zeiten wacht in Weisheit und Geduld in seinem Heilsplan mit uns Sündern. In diesen letzten Zeiten hat der Herr begonnen, in die Herzen der getrennten Christen den Geist der Reue und die Sehnsucht nach größerer Einheit in reicherem Maße auszugießen. Wir bitten darum, dass das Ärgernis der Spaltung innerhalb des Leibes Christi aufhört. Wir flehen den Vater an, den Dialog zu wecken, wo es Verhärtungen gibt; die Leiter der Kirchen und ihre Gemeinde zu inspirieren und allen ein leidenschaftliches Verlangen nach der Einheit zu geben. (Buch des Lebens Nr. 44)

 

Mittwoch: Die Berufungen
Das II.Vat.Konzil stellt fest: „Dieses tatkräftige Zusammenwirken des ganzen Gottesvolkes zur Förderung von Berufen ist die Antwort auf das Handeln der göttlichen Vorsehung; sie verleiht Menschen, die von Gott zur Teilnahme am hierarchischen Priestertum Christi erwählt sind, die entsprechenden Gaben und unterstützt sie mit ihrer Gnade.“ Wir beten auch für alle, die in der Kirche Christi in verschiedener Weise einen Dienst ausüben, sowie für alle Personen des geweihten Lebens. Wir tragen besonders die Priesterberufungen in unserer Fürbitte, denn die Felder sind schon weiß für die Ernte, aber es gibt nur wenig Arbeiter. (Buch des Lebens Nr. 45)

 

Donnerstag: Die Verkündigung des Gottesreiches
Wir beten für alle, die auf die eine oder andere Weise das Kommen des Reiches Gottes verkünden und für diejenigen, „die in ihrem irdischen Leben ergänzen, was an den Leiden Christi noch fehlt für seinen Leib, der die Kirche ist.“ Gott möge „ihr Zeugnis durch Zeichen und Wunder, durch machtvolle Taten aller Art sowie durch Gaben des Heiligen Geistes nach seinem Willen bestätigen.“ (Buch des Lebens Nr. 46)

 

Freitag: Die Erfüllung des Planes Gottes mit Israel
Der heilige Paulus spricht vom Geheimnis Israel als einer Realität, die zum Geheimnis der Kirche gehört, wenn er sagt:  «Denn ich will euch Brüder nicht in Unkenntnis über dieses Geheimnis lassen, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Verstockung liegt auf einem Teil von Israel, bis die Vollzahl der Heiden hereingekommen ist.» Die Zukunft Israels und die der ganzen Menschheit ist also eng miteinander verknüpft. Die Fürbitte für das jüdische Volk nimmt einen wichtigen und bevorzugten Platz in unserem Gebet für die ganze Kirche und die Erfüllung der Zeiten ein. (Buch des Lebens Nr. 47)

 

Die Gemeinschaft will durch ihr Leben und Zeugnis die Wirklichkeit des Himmelreiches und sein bevorstehendes Kommen verkünden. (Buch des Lebens Nr. 5)